Susanne Reiche
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Autorin

 

"Man braucht keinen großen Garten, ein Dreiviertelhektar tut's auch"

  (Vita Sackville-West, englische Schriftstellerin und Gartengestalterin)

Privatgärten mit einem dreiviertel Hektar - 7.500 m²! - sind in Nürnberg und Umgebung eher selten. Die meisten Stadtbewohner haben nicht einnmal einen Balkon und blicken auf dunkle, geteerte Innenhöfe, in denen Mülltonnen stehen und Autos parken. Wer Herr über einen handtuchbreiten Reihenhausgarten ist kann sich schon glücklich schätzen; und nur die wenigsten haben grüne Oasen mit mehr als 500 m². Das ist schade.  Der Trend zum Urban Gardening zeigt, wie wichtig es gerade für Menschen  im städtischen Umfeld ist, ein Fleckchen Erde zu bewirtschaften und Kräuter und Gemüse oder bunte Blumen für hungrige Bienen zu ziehen. In der Erde wühlen, säen, gießen, ernten, kochen, essen; sich mit Gleichgesinnten über die Grenzen von Alter, Herkunft und sozialer Stellung hinweg austauschen - das hält die Stadtgesellschaft zusammen. Öffentliche Grünflächen sind wichtig (und werden in der Nürnberger Stadtplanung leider vernachlässigt), aber das menschliche Bedürfnis nach Erdverbundenheit können sie nicht erfüllen.

Wir brauchen Garten!

Mein erster Garten war ein romantisch verwildertes Grundstück in Nürnberg-Thon, den ich von der Mutter eines Freundes gepachtet hatte. Es gab Akeleien, einen alten Apfelbaum und Johannisbeersträucher. Ich war Anfang dreissig und gerade Mutter geworden, und trotz Gärtnerlehre und Biologiestudium gärtnerisch völlig unbeleckt. Beim Gärtnern hilft theoretisches Wissen nur bedingt, musste ich erfahren. Hier hilft nur eins: Machen. Versuch und Irrtum. Erfahrung. Über die Anlage eines Kräuterbeetes und eines kleinen Wassergartens bin ich damals nicht hinausgekommen ...

Und mit jedem neuen Garten fängt man von vorne an, weil jeder Garten anders ist.

Mein zweiter Garten war der meines ehemaligen Lebensgefährten in Nürnberg Wetzendorf - fruchtbarer, humoser Boden, von Efeu, Farn und Taubnessel völlig zugewuchert. Was für ein Erlebnis, tief unter dem Efeu eine Samthortensie zu finden, die sich über die Jahre wieder zu einem stattlichen, zwei Meter Meter breiten und hohen Gehölz entwickelt hat! Dieser Garten war Knochenarbeit. Hütten und Schuppen mussten abgerissen, abgestorbende Thujen gerodet, wuchernde Bodendecker entfernt und neue Beete geplant und angelegt werden.  Zwischen knorrigen, drei Meter hohen Eiben kam ein fingerdünner Ginkgo biloba zum Vorschein, der inzwischen eine schöne Krone ausgebildet hat und zu einem großen, alten Baum werden kann. Die Eiben sind auch noch da - zu Kugeln oder Kegeln geschnitten.

Ich sehe die Eibe durchaus als Schnittgehölz, aber minimalistisches Design ist nicht mein Ding. Geharkte Kiesflächen, Buchsbaumparterre, Rosenbeete - kann man alles machen. Erlaubt ist, was gefällt.  Nach meiner Philosophie soll ein Garten aber nicht nur schön sein, sondern er soll mich auch mit Kräutern und Gemüse versorgen und allerlei Getier Unterschlupf und Nahrung bieten. Er soll naturnah sein.

Mein dritter Garten gehört jetzt zum ersten Mal auch wirklich mir. Ein Wochenendgrundstück in Grossgeschaidt (Gemeinde Heroldsberg) mit herrlichem Blick auf den Albtrauf der Fränkischen Schweiz.  Der Vorbesitzer hatte eine Vorliebe, die ich nicht teile:  Blaufichten und Thujen, die sechs Meter in den Himmel ragen. Der Boden ist eine ganz neue Herausforderung: zu einem Teil reiner Sand, zum  anderen Lehm - im  Sommer knochentrocken,  im Winter pitschnass, aber immer fest wie Beton. Es gibt ein Gemüsebeet mit hartnäckigen Wurzelunkräutern (Ackerdistel und Ackerwinde) und eine von Quecken durchsetzte Wiese. Aber auch einen Apfel-, einen Kirsch- und einen Zwetschgenbaum und viel Platz für Kreativität - auf immerhin knapp 1.000 m².

  • blüten (27)
    blüten (27)
  • tomaten
    tomaten
  • bohnen (3)
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  • IMG_2592
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  • IMG_2645
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Buchempfehlungen:

  • Monty Don: Genial gärtnern - Biologisch und naturnah (Dorling Kindersley) - Für mich die ultimative Garten-Bibel!
  • Henk Gerritsen: Gartenmanifest (Ulmer) - Das Plädoyer eines Individualisten für eine von der Natur inspirierte Gartengestaltung.


Neues aus der Datsche - der Gartenblog

 

 






 

 

20 .Oktober 2019

Der Herbst ist da!

Im Vordergrund die Chili "Lila Luzi", die auf der Terasse im Topf wächst. Klein, aber oho!

Auf Draht gefädelt und klimaneutral an der Luft getrocknet bringt sie bis zur nächsten Ernte Pfiff ins Essen.



10. Oktober 2019

So kann es enden, wenn man beim Waldspaziergang mit dem Hund die Augen auf den Boden richtet. Die Maronenröhrlinge und der Birkenpilz haben sich alsbald zusammen mit Frischkäse, Zwiebeln und den letzten Kirschtomaten aus dem Garten  in einer Pasta wiedergefunden.

Ein Hauch Bergkäse darüber - passt!

 

 

 

 



Juni 2019

Die erste Ernte steht ins Haus!

Radieschen lieben den feuchten, tiefgründigen und humosen Boden im Hochbeet und bedanken sich mit prallen Knollen.

Daneben gibt es Stachel- und Johannisbeeren, frische Kräuter und die ersten Stangenbohnen.

 

 

 



03. Mai 2019

Ein halbes Jahr nach der Hüftoperation entdeckt Gretchen begeistert die 3. Dimension.



17. April 2019

Veronika. der Lenz ist da, die Vöglein singen trallala! Und der im letzten Jahr gepflanzte Spargel wächst tatsächlich.

Leider ist mein eigener Spargel noch zu spillerig, um ernsthaft was daraus zu kochen. Deshalb Zukauf von außen. Gegrillter Grüner Spargel mit Kartoffelspalten und Salbei-Kabeljaufilet. Immerhin der Salbei ist aus dem eigenen Garten!



April 2019

Wie geil ist das denn: Ernten, ohne gesät zu haben! Unter dem Zwetschgenbaum habe ich einen "Hexenring" Speisemorcheln entdeckt. Und ab damit ins Essen: Hähnchenschenkel mit Paprikagemüse und Morcheln, dazu passen Dinkelnudeln und ein Raddicchiosalat mit Nüssen und Speck.



April 2019

Ein echter Farbknaller: Neben dem Gemüsebeet hat sich eine feurige Tulpenblüte aus einer vergessenen, vom Vorbesitzer des Grundstücks gepflanzten Zwiebel geschoben.



April 2019

Und das sind die Dinge, die da  kommen werden:  Zucchini, Tomaten, Gurken, Palmkohl, Fenchel, bunter Mangold ... Glücklicherweise habe ich einen kleinen Gartenschuppen mit Fenstern, in denen die wärmeliebenden Jungpflanzen die derzeit herrschende "kleine Eiszeit" überstehen können. Nur an lauen Nachmittagen dürfen sie schon mal die Freiheit schnuppern.



April 2019

Und da ist es nun - mein erstmals (fast) unkrautfreies Gemüsebeet harrt der Dinge, die da kommen werden!

Im Vordergrund die (mehrmals tragenden) Himbeeren, aufgelockert von Glockenblumen, die sich kurzerhand selbst ausgesät haben. Eine äußerst dankbare Kultur. Aber braucht halt Platz.

Auch die Hochbeete sind aufgebaut, darin wachsen schon Radieschen, Salat und Lauch. An den Bambusstangen sollen sich ab Mai Feuerbohnen emporranken,

Und im Hintergrund erkennt man (sofern man ein scharfes Auge hat), den im Frühjahr 2018 gesteckten Knoblauch. Im Jahrhundertsommer schien er komplett vom Erdboden verschluckt, ist jetzt aber wieder aufgetaucht!




November 2018

Vor dem Säen die Arbeit: Wurzelunkräuter wie Quecke, Acherdistel und Acherwinde müssen raus aus der Erde. Im lehmigen Boden zwei Spaten tief umgraben ist eigentlich ein Job  für kräftige junge Mäner ...



September 2018

Morgenspaziergang mit dem Hund



02.08.2018

Geht gut auf Sand, freut Bienen und Hummeln, ist in allen Teilen esbar, sät sich selbst aus und sieht auch abgeblüht noch schön aus: Die Nachtkerze.




02.09.2018

Kommt mit dem heißen Sommer gut zurecht und lockt Schmetterlinge an: Der Sommerflieder (Buddleja davidii), hier ein Baumarkt-Spontankauf.